Rom, Italien
Rom ist eine bekannte Metropole in Italien
 

Sixtinische Kapelle

Einer der famosesten Teile der Vatikanischen Museen bildet die Sixtinische Kapelle in Rom, die als eine der schönsten Kapellen weltweit und als Heiligtum der Renaissance gilt. Mehr als vier Millionen Menschen besichtigen sie jährlich, Tendenz steigend. Das über 500 Jahre alte Gotteshaus wurde Ende des 15. Jahrhunderts unter der Führung von Papst Sixtus IV. einst zu dem gebaut, was wir heute kennen.
 
Rom bei Nacht
 
Ihm zu Ehren wurde es "Sixtinische Kapelle" genannt. Der rechteckige Grundriss beträgt eine Länge von 40,93 Meter und eine Breite von 13,42 Meter. Das Gewölbe erhebt sich in 20,70 Metern Höhe und fasst die seitlichen Zentralfenster ein. Die innerer Ausschmückung der Kapelle ist eindrucksvoll. In allen vier Himmelsrichtungen zieren Wandgemälde das Innere der Kapelle und erzählen Teile der heiligen Geschichte, wie zum Beispiel an der Südwand Geschichten aus dem Leben Moses und im Norden das Leben Christis.
 
Es wurde viel Gold in der Sixtinischen Kapelle verarbeitet was sehr beeindruckend aussieht und auch sehr wertvoll ist.
 
Der Petersdom in Rom
 
Zudem befinden sich an der Nord- und Südwand auch Portraits der Päpste. Am 15. August 1483 weihte Papst Sixtus IV. die neue Kapelle ein und widmete sie der heiligen Jungfrau Maria. Der Neffe und Nachfolger von Papst Sixtus IV., Papst Julius II., beschloss bei der Übernahme seines Amtes, die Fresken erneuern zu lassen. Er beauftragte 1508 Michelangelo Bionarroti das Gewölbe neu zu gestalten. Diese Fresken haben wesentlich zur Berühmtheit der Kapelle beigetragen. Als sich Michelangelo der wahrhaften Mammutaufgabe annahm, durfte er seine eigenen Entwürfe und Programm für die Gestaltung entwickeln.
Ein weiterer interessanter Umstand war, dass er zurückgezogen und fast ausschließlich alleine an diesem Auftrag arbeitete. 800 qm Fläche standen dem Künstler zur Verfügung, die es auch galt, komplett auszufüllen. Für die Bewältigung dieses eindrucksvollen Werkes benötigte Michelangelo vier Jahre - 1512 beendete er seine Aufgabe. Das Ergebnis ist bis heute eines der imposantesten Werke der Hochrenaissance. Das Gewölbe zeigt in den neun Mittelfeldern die biblische Geschichte von der Schöpfung bis zum Sündenfall, sowie die Erwartung und Erlösung. In eine der berühmtesten Deckenfresko festgehalten ist die Erschaffung des Menschen, in der Gott und Adam sich fast mit der Spitze ihrer Fingerkruppe berühren. 24 Jahre nach der Vollendung der Gewölbedecke wurde der damals 60jährige Künstler von Papst Paul III. erneut zu einem Auftrag berufen - diesmal sollte er die Chorwand der Sixtinischen Kapelle schmücken. Auf der 226 qm großen Fläche sollte das "Jüngste Gericht" dargestellt werden und so bemalte Michelangelo die Wand des Altars mit dem Ende der Menschheit.
 
In der Altstadt in Hamburg gibt es auch viele Kirchen, aber eine beeindruckende Kapelle wie in Rom gibt es dort nicht.
 
Die dargestellten Figuren in der Kapelle erfuhren damals allerdings die Missbilligung des Zeremonienmeisters Biagio da Cesena. Die üppigen nackten Leiber, entblößten Hinterteile, Büste und männliche Glieder waren für ihn ein Zeichen der Blasphemie. Somit wurde auf dem Trienter Konzil 1564 beschlossen, einige Körper zu verhüllen. Das Ergebnis wirkte allerdings bizarr, wurde doch die Nacktheit mit fast lächerlich wirkenden Unterhosen übermalt. Der Zustand der Übermalung hielt noch bis ins 19. Jahrhundert an. Erst 1975 wurden bei der Restauration der Fresken einige Übermalungen wieder entfernt. Auch die neu erstrahlte Farbenpracht verdankt das Gewölbe einer umfangreichen Restauration. Somit wurde der Glaube dementiert, dass Michelangelo absichtlich gedeckte Farben nutzte oder mit einem nebelhaften Grauschleier überzog. Lediglich der Ruß der Jahrhunderte hat die Kraft der Farbe verblassen lassen. Ein Problem ist allerdings der enorm hohe Besucheransturm auf die Kapelle. Das ausgestoßene CO2 der Kunstbewunderer greift die Werke erheblich an, so dass eine lebenslange Restauration der heiligen Hallen nicht ausbleibt.

Heute ist die Sixtinische Kapelle neben seiner Funktion als Museum immer noch ein heiliger Ort, traditionell vor allem für die Taufe. Auch der letzte Papst, Benedikt XVI., folgte dieser Tradition und hat am Fest der Taufe des Herrn 13 Neugeborenen unter dem Deckengemälde "Jüngstes Gericht" von Michelangelo das Sakrament der Taufe erteilt. Auch Papst Franziskus wird diese Tradition weiter fortführen.